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Braunes Ackerland

Fern hält der Arme zitternd, keuchend,
Und schüttelt die Händeknochen:
"Warte nur! Was ein Sterbender flucht,
Ist nicht in den Wind gesprochen.
Ihr Reichen rafft uns alles weg
Und freßt es in den Magen,
Und wollt uns selbst den Abfall
Nicht gönnen zum Benagen?"

Wutglotzend, knirschend hastet er
Auf braunes Ackerland
Zur Vogelscheuche und zerreißt
Ihr zundriges Gewand;
Dem Holzgerippe zieht er an
Den eignen Lumpenrock
Und seinen schäbigen Filzhut
Stülpt er über den Stock;

Und schaut sein Werk mit Grinsen an:
"Du dürres Lappenluder,
Du gleichst fürwahr mir bis aufs Haar
Als wie ein Zwilligsbruder.
Das bin ich selbst! Nun kann ich
Dem reichen Hunde trotzen
Und, wenn mein Leib als Aas verwes't,
Die Satten frech beglotzen." -

Am Weg ein greiser Pappelbaum
Mit niedrigem Geäst,
Der hilft dem Strolch zu sich herauf
Und hält die Schlinge fest:
"Hinein den Hals, du Menschenkind!
Ich will dich treulich henken.
Spring ab! Nun mag der tolle Wind
Die />Die zuckende Leiche schwenken." - - -

Doch drüben auf dem Ackerland
Da flattert des Toten Rock,
Schüttelt die schlaffen Arme grimm
Und zerrt an seinem Stock;
Er möchte würgelustig
Zum Hals des Feindes zappeln ...
Der Lenzwind aber wächst und heult
Bedrohlich in den Pappeln.

Quelle:
Einsiedler und Genosse von Bruno Wille
Berlin 1894
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft Verlagsgesellschaft mbH
 

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